Magnesium – Folgen eines Mangels oder Überschusses
Magnesiummangel / Hypomagnesiämie
Was verursacht einen Magnesiummangel?
Häufig entsteht ein Magnesiummangel aufgrund einer zu geringen Magnesiumaufnahme innerhalb der Ernährung. Weiterhin ist es möglich, dass der Darm zu wenig Magnesium absorbiert oder zu viel Magnesium über den Urin ausgeschieden wird. Darüber hinaus fördern einige Medikamente und Situationen wie zum Beispiel Stress (psychisch / umweltbedingt) einen Magnesiummangel.43 Als lebenswichtiges Mineral wird Magnesium längst nicht von Jeden wahrgenommen und dadurch wird die Magnesiumzufuhr häufig vernachlässigt, so dass es nicht selten zu einer Mangelversorgung kommt, mit mehr oder minder einschneidenden gesundheitlichen Folgen.
Des Weiteren liegt das Interesse der industriellen Landwirtschaft weniger auf dem Mineralstoffgehalt der Böden und somit dem Mineralstoffgehalt der Erzeugnisse, als vielmehr einen möglichst hohen Ertrag zu erzielen. Quantität statt Qualität ist häufig der Beweggrund der industriellen Landwirtschaft statt eines möglichst hohen Mineralstoff- und Vitamingehalts, solange die Erzeugnisse optisch ansprechend aussehen und von Konsumenten genügend gekauft werden.
Es ist schon lange bekannt, dass Gemüse und Obst nicht mehr so viel Vitamine und Mineralien enthalten wie noch vor einigen Jahrzenten. Grund dafür sind der Mineralstoffverlust der Böden, unreif geerntete Erzeugnisse, UV-Bestrahlung, lange Transportwege und Lagerzeiten, kaum Erholungszeiten der Böden sowie der Einsatz von Chemikalien (Kunstdünger und Pestizide). Diese können ebenfalls zu einer Mangelversorgung der Konsumenten mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen wie Magnesium führen.44 Darüber hinaus kann die Aufnahme eines unausgewogenen Calcium-Magnesium-Verhältnisses zu einem Magnesiummangel führen. Da die Aufnahme von Magnesium durch eine übermäßige Menge an Eiweiß, Milchzucker und Calcium gestört wird. Dies kann beispielsweise durch einen übermäßigen Konsum von Milchprodukten passieren. Das Calcium-Magnesium-Verhältnis beträgt zum Beispiel bei Milch 10:1 und bei Emmentaler-Käse sogar 30:1. Das optimale Calcium-Magnesium Verhältnis hingegen sollte für eine bestmögliche Magnesiumresorption 2:1 betragen.45
Erhöhter Magnesiumbedarf
Magnesiummangel ist weit verbreitet und oft unerkannt. Ein Grund dafür ist beispielsweise der erhöhte Bedarf bei bestimmten Lebensweisen und gesundheitlichen Beschwerden. Der Magnesium-Bedarf ist zum Beispiel erhöht bei:
- Stress (Belastungssituationen)
- (übermäßigem) Alkoholkonsum
- Rauchen
- (Leistungs-) Sport
- Schwangerschaft
- hohem Östrogenspiegel
- wenig Progesteron
- Migräne
- Diabetes mellitus
- Bluthochdruck
- Nahrungsüberschuss (zu hohe Eiweißzufuhr)
- Vitamin B6-Mangel oder Vitamin B1-Mangel
- einige Medikamente (z.B. einige Abführmittel, Diuretika, Blutdrucksenker, Antibabypille, Antibiotika, Cortison)
- Schilddrüsenüberfunktion
- Ungünstigem Calcium-Magnesium-Verhältnis durch die Ernährung
- Übersäuerung des Körpers (Verzehr zu vieler säurebildender Lebensmittel, Säureabbau beansprucht den Mineralienhaushalt)
- Gestörte Darmflora
- Candida-Pilzerkrankung
- Borrelien
- und vieles mehr.. 46
Weitere Ursachen für einen Magnesiummangel können sein:
- durch Überdüngung der Böden mit Kalium und Nitraten
- häufiger Verzehr von industriellem Essen (Zucker, Teigwaren, Süßspeisen, Fast-Food)
- dem Trinken von phosphathaltiger Getränke (zum Beispiel Cola)
- Weiches Wasser
- Nährstoffverluste durch falsches Erhitzen und Kochen (Vitamine und Mineralien von Gemüse gehen bei starkem Erhitzen und langer Garzeit verloren)
- Zu niedrige Eiweißzufuhr
- Eiweißüberschuss
- Vitamin C-Mangel
- Mangelernährung im Alter 47
Die wichtigsten Anzeichen eines Magnesiummangels
Muskulatur:
- Verspannungen in der Muskulatur
- Krämpfe (in Waden, Zehen oder Füße)
- Zuckungen der Muskulatur
- Restless-Legs-Syndrom („unruhige Beine“)
- Fingerkribbeln
Nervensystem und Psyche:
- Müdigkeit / Abgeschlagenheit
- Depressive Stimmung
- Migräne / Kopfschmerzen
- Schwindel / unsicherer Gang
- Gefühle der Angst
- Anfälligkeit gegenüber Stress
- Nervosität / Unruhezustände
- Gestörter Schlaf
Herz-Kreislaufsystem:
- Hoher Blutdruck
- Schwäche des Herzmuskels
- Herzrhythmusstörungen
- Herzrasen
- Druckgefühl in der Brust (Herzregion)
Magen- und Darmtrakt:
- Verstopfung oder Durchfall
- Krämpfe im Magen- und Darmbereich
Nieren sowie Harnwege:
- Harnblasensteine
- Nierensteine
Besondere Anzeichen bei Frauen:
- Vorzeitige Wehen während der Schwangerschaft
- Regelschmerzen48
Warum wird ein Magnesiummangel häufig nicht erkannt?
Häufig wird der Magnesiumgehalt im Blut mittels eines einfachen Blut-Serum-Tests gemessen. Allerdings hat für den Körper die Einbindung des Magnesiums im Blut oberste Priorität. Was bedeutet, dass unter Umständen im Blut zwar genügend (extrazelluläres) Magnesium nachgewiesen werden kann, es währenddessen anderen Organen (zum Beispiel dem Skelett) aber fehlt. Eine Messung des Magnesiums im Blut ist lediglich eine extrazelluläre Messung des Magnesiumspiegels. Für eine genaue Bestimmung eines Magnesiummangels muss ebenso der intrazelluläre Magnesiumgehalt im Körper gemessen werden (in den Zellen, Knochen, Skelett usw.). Eine einfache Methode zur Feststellung eines Magnesiummangels gibt es bisher nicht.49
Magnesiumüberschuss / Hypermagnesiämie
Was ist ein Magnesiumüberschuss?
Ein Magnesiumüberschuss bzw. eine Hypermagnesiämie ist sehr selten. Dennoch kann zu viel Magnesium im Blut ebenfalls gesundheitliche Probleme verursachen und in schweren Formen sogar lebensbedrohlich sein. Zu einem Magnesiumüberschuss kann es beispielsweise bei einer extrem hohen Einnahmemenge von Magnesium kommen, in Form von Magnesiumpräparaten (auch Injektionen), sowie bei einer besonders ausgeprägten Nierenschwäche. Ein Risiko für eine Hypermagnesiämie besteht insbesondere für Personen die:
- Eine zu hohe Magnesiummenge einnehmen
- An einer schweren Nierenschwäche leiden
- Eine Unterfunktion der Schilddrüse aufweisen
- Eine Nebennierenschwäche aufweisen
- Unter einer Schwäche der Nebenschilddrüsen leiden50
Um eine Überdosis zu vermeiden ist es daher empfehlenswert vor der Einnahme von Magnesiumpräparaten einen fachkundigen Therapeuten zurate zu ziehen.

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*43 D. Schall: MAGNESIUM – das Schlüsselelement zur Gesundheit. Abgerufen auf www.alvital-allesleben.at
*44 S. Almosch. Obst und Gemüse verlieren immer mehr an Nährstoffen. Abgerufen auf www.gesundheitlicheaufklaerung.de
*45 o.V. Magnesiummangel – kaum beachtet aber folgenschwer. Schwarmwissen e.V. Gossersweiler. Abgerufen auf www.selbstheilung-online.de
*46 o.V. Magnesium – Das Meistermineral Teil 2. Abgerufen auf www.natuerlich-quintessence.de ; P. Bützer (2014): Den Magnesiumbedarf des Menschen abschätzen. Abgerufen auf www.buetzer.info
*47 o.V. Magnesium-Mangel. Abgerufen auf s267274200.online.de; J. Stocker. Magnesium, Osteoporose
*48 o.V. Magnesium – Das Meistermineral Teil 2. Abgerufen auf www.natuerlich-quintessence.de ; Burgstein. Handbuch der Nährstoffe. Trias-Verlag; A.M. Bergasa. Die erstaunliche Wirkung von Magnesium. Ennstaler Verlag.
*49 D. Schall: MAGNESIUM – das Schlüsselelement zur Gesundheit. Abgerufen auf www.alvital-allesleben.at
*50 A. Reiter. Magnesiumüberschuss NetDoktor (Hrsg.). Abgerufen auf www.netdoktor.de

